Die Kapelle im Ortsteil Unterlehen
Im Ortsteil Hof stand zwar die erste Kapelle, doch die älteste noch erhaltene ist die um 1700 erbaute und dem heiligen Markus geweihte Kapelle im Ortsteil Unterlehen. Ebenso alt wie das Kirchlein ist die Glocke, die im Jahre 1698 gegossen wurde.
Sie hängt noch heute an einem kleinen Dachreiter auf der Kapelle, umkleidet von Holzschindeln. Das Glöcklein hat eine wechselvolle Geschichte und galt früher als eine Wetterglocke und wurde bei Unwetter und vor allem bei schweren Gewittern geläutet, um das Unwetter abzuwenden.
Im Ersten Weltkrieg drohte dem Glöcklein der Weg in die Schmelze, um als Munition verwendet zu werden. Ein Bernauer Bürger hatte jedoch die Glocke zuvor in Sicherheit gebracht und versteckt. Im Zweiten Weltkrieg musste das Glöcklein wie alle anderen auch den Weg antreten zum Einschmelzen für Kriegsmaterial, so kam diese kleine Glocke nach Hamburg, um eingeschmolzen zu werden. Wieder wurde sie verschont, und eines Tages - im Jahre 1946 - kam sie wieder nach Bernau auf dem Milchwagen des Alois Maier, der damals die Milch von Bernau nach St. Blasien transportierte. Der Innenraum dieses kleinen Gotteshauses wird von einem Kruzifix über dem Altar beherrscht, das früher draußen über der Eingangstür hing. Auffallend schön sind außerdem Holzfiguren des heiligen Sebastian und der heiligen Theresia, Kunstwerke eines Bernauer Holzschnitzers.



